Wer als Dachdecker-Fachbetrieb in Österreich wettbewerbsfähig bleibt, braucht mehr als handwerkliches Können: Angebote müssen schnell und fehlerfrei raus, Aufmaße sauber dokumentiert, Rechnungen ÖNORM-konform erstellt und Baustellen lückenlos protokolliert werden. Branchensoftware für Dachdecker – also spezialisierte Handwerkersoftware mit Modulen für digitales Aufmaß, Angebotserstellung, Abrechnung und Bautagebuch – deckt genau diese Anforderungen ab. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Lösungen am Markt verfügbar sind, worauf Sie beim Vergleich achten sollten, und was die österreichische Rechtslage (DSGVO, ÖNORM) für den Betrieb bedeutet. Wenn Sie Ihren Fachbetrieb zusätzlich über einschlägige Branchenplattformen sichtbar machen möchten, lohnt sich auch ein Eintrag in ein spezialisiertes Dachdecker-Branchenverzeichnis für Österreich.
Warum Dachdecker-Betriebe spezialisierte Software brauchen
Allgemeine Bürosoftware stößt im Dachdeckerhandwerk schnell an ihre Grenzen. Die Herausforderungen sind branchenspezifisch: Ein Flachdach hat andere Abrechnungsregeln als ein geneigtes Dach mit Gaube, Photovoltaik-Montagen erfordern eigene Positionslisten, und auf der Baustelle ändern sich Maße oft kurzfristig. Hinzu kommt, dass öffentliche Auftraggeber in Österreich Ausschreibungen nach ÖNORM A 2063[1] übergeben – einem Datenformat, das in allgemeinen Textverarbeitungsprogrammen nicht verarbeitbar ist.
Branchensoftware schließt diese Lücken, indem sie folgende Kernbereiche in einer gemeinsamen Datenbank verbindet:
- Digitales Aufmaß direkt auf der Baustelle, mit Tablet oder Smartphone
- Angebotserstellung auf Basis erfasster Maße, mit Positions- und Leistungsverzeichnis
- Projektkalkulation unter Berücksichtigung schwankender Materialpreise
- Abrechnung und Rechnungslegung, ÖNORM-kompatibel
- Digitales Bautagebuch zur Dokumentation von Wetter, Personal, Arbeitsfortschritt und Mängeln
- Zeiterfassung und Ressourcenplanung
Wenn der Weg vom Angebot zum Auftrag reibungslos funktioniert, steigt nicht nur die Effizienz – auch die Fehlerquote bei der Abrechnung sinkt deutlich, weil Daten nur einmal erfasst und dann weitergereicht werden.
Digitales Aufmaß: Schluss mit der Zettelwirtschaft
Das Aufmaß ist der erste kritische Datenpunkt in der Auftragskette. Traditionell notieren Dachdecker Maße auf Papier, übertragen sie später ins Büro und erstellen daraus manuell Positionen. Dabei entstehen Übertragungsfehler, Zeitverluste und im schlimmsten Fall falsch kalkulierte Angebote.
Moderne Dachdecker-Software ermöglicht die digitale Aufmaßerfassung direkt vor Ort:
- Maße werden per App am Smartphone oder Tablet eingetragen
- Fotos werden unmittelbar dem Aufmaß zugeordnet
- Daten landen in Echtzeit in der Büro-Software
- Aus dem Aufmaß werden automatisch Materialmengen und Positionslisten berechnet
Ergänzend dazu bieten spezialisierte Tools wie digiplan die Möglichkeit, fotogrammetrische Messungen oder Drohnendaten direkt in die Aufmaßplanung zu integrieren. Die Ergebnisse werden dabei über die ÖNORM-Schnittstelle in gängige Dachdeckersoftware wie Z-Kalk® übertragen. Wer ohnehin über den Einsatz von Drohnen nachdenkt, findet im Artikel über Drohnen-Dachinspektion & digitales Aufmaß eine ausführliche Übersicht der verfügbaren Methoden.
ÖNORM A 2063: Die Datennorm, die Sie kennen müssen
Info-Box: ÖNORM A 2063 – AVA-Datenaustausch
Die ÖNORM A 2063[1] (herausgegeben von Austrian Standards) regelt den elektronischen Datenaustausch im AVA-Prozess (Ausschreibung, Vergabe, Abrechnung). Sie definiert, wie Leistungsverzeichnisse (LV) und Leistungsbeschreibungen (LB) strukturiert sein müssen, damit sie zwischen Planer, Auftraggeber und Auftragnehmer automatisiert ausgetauscht werden können.
Die aktuelle Fassung ÖNORM A 2063:2021 besteht aus zwei Teilen: Teil 1 regelt den Austausch von Leistungsbeschreibungen, Ausschreibungs-, Angebots-, Auftrags- und Abrechnungsdaten, Teil 2 die Berücksichtigung der BIM-Planungsmethode (Building Information Modeling, Level 3).
Die Dateiformate sind .onlv (Leistungsverzeichnisse) und .onlb (Leistungsbeschreibungen). Bei öffentlichen Ausschreibungen in Österreich ist die Einhaltung dieser Norm in der Regel verpflichtend.
Für Dachdecker-Fachbetriebe bedeutet das konkret: Wer bei öffentlichen Bauvorhaben mitbieten will – ob Gemeinde, Land oder Bund als Auftraggeber –, muss sein Angebot im ÖNORM-Format einreichen können. Software ohne diese Schnittstelle schließt Betriebe faktisch von diesen Ausschreibungen aus.
Plancraft etwa unterstützt den direkten Import von .onlv-Dateien: Das Leistungsverzeichnis wird hochgeladen, Preise werden eingetragen, und das fertige Angebot kann ÖNORM-konform exportiert werden. Auch eine Konvertierung in das deutsche GAEB-Format ist möglich, was bei grenzüberschreitenden Projekten relevant sein kann.
Die wichtigsten Softwarelösungen im Vergleich
Der österreichische Markt bietet eine Reihe von Lösungen, die sich in Funktionsumfang, Preismodell und Ausrichtung unterscheiden. Die folgende Tabelle gibt einen strukturierten Überblick:
| Software | Hersteller | ÖNORM-Schnittstelle | Bautagebuch | Cloud / App | Preismodell (ca.) |
|---|---|---|---|---|---|
| plancraft | plancraft GmbH | Ja (.onlv Import/Export) | Eingeschränkt | Cloud + App | Ab ca. € 75/Monat |
| Bosch OfficeOn | Bosch | Teilweise | Ja | Cloud + App | Auf Anfrage (Abonnement) |
| smarthandwerk | synatos GmbH | Ja | Ja | Desktop + App | Lizenzbasiert |
| Streit V.1 | Streit Datentechnik | Ja | Ja | Desktop + App | Miet- und Kauflizenz |
| HERO | HERO Software AT | Ja | Ja | Cloud + App | Auf Anfrage |
| digiplan | digi-plan.at | Ja (ÖNORM-Export) | Nein (reines Aufmaß-Tool) | Web + App | Auf Anfrage |
Hinweis: Preise und Funktionsumfang können sich ändern. Holen Sie vor einer Entscheidung aktuelle Angebote direkt beim Anbieter ein.
plancraft
plancraft ist eine deutschsprachige Cloud-Handwerkersoftware, die sich explizit an den österreichischen Markt richtet und ÖNORM A 2063 unterstützt. Stärken liegen in der intuitiven Bedienung und der schnellen Angebotserstellung. Die Mobil-App erlaubt Aufmaßerfassung auf der Baustelle, Daten werden sofort mit dem Büro synchronisiert. Für Neugründer bietet plancraft die ersten drei Monate kostenlos an.
Bosch OfficeOn
Bosch OfficeOn ist speziell für kleine und mittlere Handwerksbetriebe in Österreich konzipiert. Die Lösung trennt klar zwischen der Web-App für das Büro und der Mobil-App für die Baustelle. Dachdecker können Aufmaße digital erfassen, Fotos direkt zuordnen und Projekte inkl. Baustellendokumentation verwalten. OfficeOn richtet sich vor allem an Betriebe, die einen einfachen Einstieg in die Digitalisierung suchen.
smarthandwerk (synatos)
smarthandwerk von synatos ist in Deutschland weit verbreitet und wird auch von österreichischen Betrieben eingesetzt. Das Programm liegt in mehreren unabhängigen Vergleichen unter den führenden Gesamtlösungen. Stärken liegen in der Lagerverwaltung, im Bestellwesen und in der umfassenden Projektkalkulation. Die Lernkurve ist etwas steiler als bei reinen Cloud-Lösungen.
Streit V.1
Streit V.1 von Streit Datentechnik ist eine modulare Gesamtlösung, die sich ausdrücklich an Dachdecker-Betriebe richtet. Der Funktionsumfang ist umfassend: Stammdatenverwaltung, Auftragsabwicklung, Projektkostenrechnung, Artikel- und Leistungskataloge, Bestellwesen, Aufmaßerstellung, Wartung und Service, Kalender, digitale Archivierung und Werkzeugverwaltung. Das Lizenzmodell „Streit V.1 Complete-Desktop“ eignet sich für kleine bis große Betriebe und ist als Miet- oder Kauflizenz erhältlich.
HERO Software
HERO ist eine österreichische Entwicklung und daher von Anfang an auf die heimischen Anforderungen ausgerichtet – von der österreichischen Umsatzsteuer bis zur ÖNORM-Schnittstelle. Angebote und Rechnungen werden laut Anbieter in kürzester Zeit erstellt, Baustellenfotos und Aufmaße können in Echtzeit mit dem Büro geteilt werden.
digiplan
digiplan ist kein vollständiges ERP-System, sondern ein auf Dachdecker und Spengler spezialisiertes Aufmaß-Tool. Es ermöglicht die fotogrammetrische Flächenberechnung und übergibt Ergebnisse per ÖNORM-Schnittstelle an angeschlossene Kalkulationsprogramme wie Z-Kalk®. Es eignet sich als Ergänzung zu einer bestehenden Handwerkersoftware, wenn der Schwerpunkt auf präziser digitaler Aufmaßerfassung liegt.
Angebotserstellung: Vom Aufmaß zur unterschriftsreifen Datei
Ein präzises Angebot ist die Grundlage jedes erfolgreichen Auftrags. Im Dachdeckerhandwerk ist die Angebotserstellung oft aufwendig: Unterschiedliche Dachflächen mit verschiedenen Neigungen, Materialien (Ziegel, Bitumenbahn, Metalleindeckung), Spenglerpositionen und Zusatzleistungen wie Wärmedämmung oder Dachbegrünung müssen korrekt positioniert und bepreist werden.
Branchensoftware vereinfacht diesen Prozess erheblich:
- Aufmaßübernahme: Maße aus der App fließen direkt in die Angebotspositionen
- Positionskataloge: Vorgefertigte Leistungstexte für typische Dachdecker-Leistungen beschleunigen die Erstellung
- Materialkalkulation: Mengen werden automatisch berechnet, aktuelle Einkaufspreise können hinterlegt werden
- Vorlagen: Wiederverwendbare Angebotsvorlagen für häufige Auftragstypen (Neudach, Sanierung, Flachdach)
- Ausgabe: Angebot als PDF für den Kunden oder als .onlv-Datei für öffentliche Auftraggeber
Gerade bei öffentlichen Vergaben, wo Angebote innerhalb enger Fristen einzureichen sind, ist die Geschwindigkeit entscheidend. Wer die Kalkulation bei schwankenden Materialpreisen im Griff haben will, findet dazu weiterführende Informationen im Artikel über Kalkulation bei schwankenden Materialpreisen.
Abrechnung: Fehlerlos und rechtskonform
Die Abrechnung von Bauleistungen ist in Österreich an klare Regeln gebunden. Rechnungen müssen bestimmte Pflichtangaben enthalten (Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Leistungszeitraum, Rechnungsnummer usw.), und bei öffentlichen Aufträgen gelten zusätzlich die Vorgaben der ÖNORM-Schnittstelle.
Spezialisierte Software unterstützt bei folgenden Abrechnungsschritten:
- Abschlagsrechnungen während der Bauphase
- Schlussrechnung auf Basis des tatsächlich geleisteten Aufmaßes
- Nachtragsmanagement bei geänderten Leistungen
- Massenermittlung mit automatischer Überprüfung gegen das Ausschreibungs-LV
- Übergabe an die Buchhaltung über standardisierte Schnittstellen (z. B. BMD, RZL, DATEV)
Ein häufiger Fehler in der Praxis: Das endgültige Aufmaß weicht vom Angebots-Aufmaß ab, weil auf der Baustelle Änderungen vorgenommen wurden, die nicht schriftlich festgehalten wurden. Ein konsequent geführtes digitales Bautagebuch schließt diese Dokumentationslücke.
Digitales Bautagebuch: Rechtssicherheit von der ersten Arbeitsstunde
Das Bautagebuch ist im österreichischen Baurecht kein gesetzlich vorgeschriebenes Pflichtdokument für jeden Betrieb – in der Praxis ist es aber unverzichtbar. Es dokumentiert täglich:
- Wetterbedingungen (relevant bei Unterbrechungen und Gewährleistungsansprüchen)
- Eingesetztes Personal und Arbeitszeiten
- Verwendete Materialien und Geräte
- Baufortschritt mit Fotos
- Besondere Vorkommnisse, Mängel, Behinderungen
- Vereinbarte Zusatzleistungen und Nachträge
Ein digital geführtes Bautagebuch hat gegenüber dem Papierformular entscheidende Vorteile: Einträge sind zeitgestempelt und unveränderbar archiviert, Fotos sind direkt verknüpft, und Bauleiter sowie Büro haben jederzeit Zugriff auf den aktuellen Stand.
Im Streitfall – etwa bei Gewährleistungsfragen oder Zahlungsverzögerungen – ist ein lückenlos dokumentiertes Bautagebuch ein wichtiges Beweismittel. Software wie Streit V.1, HERO oder Bosch OfficeOn bieten integrierte Bautagebuch-Module, die direkt mit dem Projektmanagement verknüpft sind.
Wichtig für DSGVO-Konformität: Im Bautagebuch werden personenbezogene Daten erfasst (Mitarbeiternamen, Arbeitszeiten). Diese unterliegen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und müssen entsprechend zweckgebunden, zugriffsgeschützt und nur so lange wie nötig gespeichert werden.

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Wartungsverträge digital verwalten
Ein oft unterschätzter Umsatzbereich für Dachdecker-Fachbetriebe sind Dachwartungsverträge. Wer regelmäßige Inspektionen, Reinigungsarbeiten oder Kleinreparaturen als Paket anbietet, schafft planbare Einnahmen und stärkt die Kundenbindung. Branchensoftware kann dabei helfen, Wartungstermine automatisch zu generieren, Inspektionsprotokolle digital zu erfassen und Berichte direkt an den Kunden zu übermitteln. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Artikel über Dachwartungsverträge als planbaren Umsatz.
Datenschutz und DSGVO: Was Cloud-Software bedeutet
Cloud-Software speichert Daten nicht lokal auf dem Betriebsrechner, sondern auf Servern des Softwareanbieters. Das bringt Vorteile (kein lokales IT-Management, automatische Updates, Zugriff von überall), aber auch datenschutzrechtliche Pflichten.
Nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die in Österreich unmittelbar gilt und durch das Datenschutzgesetz (DSG) ergänzt wird, gilt jeder Cloud-Anbieter als Auftragsverarbeiter im Sinne von Art. 28 DSGVO. Das bedeutet für Dachdecker-Betriebe:
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): Vor der Nutzung muss ein schriftlicher Vertrag mit dem Softwareanbieter abgeschlossen werden, der die Art der Verarbeitung, Zweck, Dauer und Sicherheitsmaßnahmen regelt. Fehlt dieser Vertrag, haften beide Seiten.
- Serverstandort: Bevorzugt sollten Anbieter mit Servern in der EU oder im EWR gewählt werden, da Datentransfers in Drittstaaten zusätzliche Anforderungen auslösen.
- Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM): Der Anbieter muss dokumentieren, wie er die Daten schützt (Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, Backup-Konzept).
- Verarbeitungsverzeichnis: Als Verantwortlicher müssen Sie die Software in Ihr Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten aufnehmen.
Die Datenschutzbehörde Österreich (DSB) ist als zuständige Aufsichtsbehörde[2] erreichbar. Fehlende oder mangelhafte AVVs zählen zu den häufigsten Verstößen und können auch für kleine Betriebe zu empfindlichen Sanktionen führen. Die WKO bietet auf ihrer Website Muster-AVVs und Leitfäden zur DSGVO-konformen Nutzung von Cloud-Diensten im Handwerk.
Praxistipp: Fragen Sie potenzielle Softwareanbieter vor Vertragsabschluss konkret nach dem AVV, dem Serverstandort und dem Sicherheitskonzept. Seriöse Anbieter stellen diese Unterlagen ohne Aufforderung bereit.
Schnittstellen und Integration: Das Ökosystem der Dachdeckersoftware
Eine gute Branchensoftware arbeitet nicht als isolierte Insel, sondern ist über Schnittstellen mit anderen Systemen verbunden:
- Buchhaltungssoftware: BMD NTCS, RZL oder DATEV übernehmen Rechnungsdaten automatisch
- Lohnverrechnung: Zeiterfassungsdaten können direkt in die Lohnabrechnung übertragen werden
- Materiallieferanten: Über Datanorm-Schnittstellen werden aktuelle Preislisten von Baustoffhändlern importiert
- Drohnen- und Aufmaß-Tools: Speziallösungen wie digiplan übergeben Aufmaßdaten per ÖNORM-Export an die Kalkulationssoftware
- BIM: Die ÖNORM A 2063 Teil 2 ermöglicht die Einbindung von BIM-Modellen in den AVA-Prozess – für größere Betriebe zunehmend relevant
Je mehr Schnittstellen eine Software mitbringt, desto geringer ist der manuelle Aufwand für Datenübertragungen – und desto kleiner das Fehlerpotenzial.

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Auswahlkriterien: So finden Sie die richtige Software
Die Entscheidung für eine Branchensoftware ist eine mittelfristige Investition. Folgende Kriterien helfen bei der strukturierten Auswahl.
Fachliche Anforderungen:
- Unterstützt die Software die ÖNORM A 2063 (.onlv)?
- Gibt es spezifische Positionskataloge für Dachdecker-Leistungen (z. B. nach LB-HB, dem österreichischen Leistungsbuch)?
- Kann die App offline auf der Baustelle genutzt werden (z. B. bei fehlender Mobilfunkverbindung auf dem Dach)?
Betriebliche Anforderungen:
- Wie viele Benutzer sollen gleichzeitig arbeiten?
- Wird eine Desktop-Installation oder eine reine Cloud-Lösung bevorzugt?
- Welche bestehenden Systeme (Buchhaltung, Lohn) müssen angebunden werden?
Kosten:
- Monatliches Abonnement oder Einmallizenz?
- Fallen Kosten für Einrichtung, Schulung und Support separat an?
- Gibt es eine Testphase ohne Verpflichtung?
Rechtliche Compliance:
- Liegt ein AVV nach Art. 28 DSGVO vor?
- Wo stehen die Server?
- Ist die Software revisionssicher archivierend (für Belege und Buchführung)?
Kosten im Überblick
Die Preismodelle variieren stark:
| Modell | Beschreibung | Typischer Kostenrahmen |
|---|---|---|
| SaaS-Abonnement | Monatliche oder jährliche Gebühr, inkl. Updates und Support | € 30 – € 200+/Monat je nach Nutzeranzahl und Funktionsumfang |
| Kauflizenz (Desktop) | Einmaliger Kaufpreis, optionaler Wartungsvertrag | € 1.000 – € 8.000+ einmalig |
| Mietlizenz | Laufende Nutzungsgebühr ohne Eigentumsübergang | € 50 – € 300/Monat |
| Freemium / Einsteiger | Kostenloser Basiszugang, kostenpflichtige Erweiterungen | kostenlos bis ca. € 30/Monat |
Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Für verbindliche Preise wenden Sie sich direkt an die Anbieter.
Zu berücksichtigen sind neben dem Lizenzpreis auch:
- Einrichtungsaufwand (Migration bestehender Kundendaten)
- Schulungskosten für Mitarbeiter
- Hardwarekosten (Tablets, Smartphones für die Baustelle)
- IT-Beratung bei komplexen Schnittstellenanbindungen
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Dachdecker-Software
Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. In der Praxis ist es jedoch kaum noch möglich, ohne digitale Unterstützung wettbewerbsfähig zu bleiben – insbesondere bei öffentlichen Ausschreibungen, die ÖNORM-konforme Angebote erfordern. Schon für Einpersonen-Unternehmen gibt es günstige Einstiegslösungen.
Allgemeine Handwerkersoftware deckt die Grundfunktionen Angebot, Rechnung und Kundenverwaltung ab. Dachdecker-spezifische Lösungen ergänzen das um branchenspezifische Positionskataloge, Aufmaßhilfen für geneigte und flache Dächer, Spengler-Positionen sowie ÖNORM-Schnittstellen.
Die meisten Anbieter unterstützen den Import von Kundendaten aus Excel oder CSV-Dateien. Komplexere Datenmigration (z. B. aus einer alten Desktop-Software) erfordert oft Unterstützung durch den Anbieter oder einen IT-Dienstleister.
Seriöse Anbieter mit EU-Serverstandorten, verschlüsselter Übertragung und regelmäßigen Backups bieten in der Regel ein höheres Sicherheitsniveau als ein lokaler PC ohne professionelle IT-Betreuung. Entscheidend ist der Abschluss eines Auftragsverarbeitungsvertrags nach Art. 28 DSGVO.
Plancraft, Streit V.1, HERO und digiplan unterstützen die ÖNORM A 2063-Schnittstelle explizit für den österreichischen Markt. Bosch OfficeOn bietet ÖNORM-Funktionen zumindest teilweise. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die jeweils aktuelle Fassung (ÖNORM A 2063:2021) unterstützt wird.
Das hängt vom Betrieb und der Software ab. Einfache Cloud-Lösungen können innerhalb weniger Tage in Betrieb genommen werden. Komplexe Installationen mit Buchhaltungsanbindung und Datenmigration können mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Planen Sie ausreichend Zeit für die Schulung der Mitarbeiter ein.
Viele Handwerkersoftware-Lösungen inkludieren ein Bautagebuch-Modul ohne Aufpreis. Standalone-Apps kosten je nach Funktionsumfang zwischen € 30 und mehreren hundert Euro pro Monat.
Das hängt vom Lizenzmodell ab. Manche Anbieter rechnen pro Benutzer ab, andere bieten unbegrenzte App-Nutzer im Paket an. Klären Sie das vor Vertragsabschluss.
Fazit und nächste Schritte
Branchensoftware ist für Dachdecker-Fachbetriebe in Österreich kein Luxus, sondern ein Werkzeug, das Zeit spart, Fehler reduziert und die Basis für rechtskonforme Abrechnung legt. Die Auswahl der richtigen Lösung hängt von der Betriebsgröße, dem vorhandenen IT-Umfeld und den spezifischen Anforderungen ab – insbesondere davon, ob regelmäßig öffentliche Ausschreibungen nach ÖNORM A 2063 bearbeitet werden.
Empfehlung für die Praxis: Nutzen Sie kostenlose Testphasen mehrerer Anbieter, bevor Sie sich festlegen. Binden Sie Ihre Mitarbeiter – insbesondere jene auf der Baustelle – frühzeitig in die Auswahl ein, denn die Akzeptanz in der täglichen Nutzung entscheidet über den Erfolg der Digitalisierung.
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Quellen
- Austrian Standards: Suche
- Datenschutzbehörde